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[1. Herren] Hesselteich feiert mit Pizza und Pils Handball-Landesliga: Brockhagen und Hörste siegen – Werther und Spvg. II verlieren

Halle(vos/leg/hosh). Drei Siege aus fünf Heimspielen lautet die Bilanz des Altkreis-Quartetts in der Handball-Landesliga. Spvg. Hesselteich ließ im Tabellenkeller mit dem 36:34 gegen HC Ibbenbüren aufhorchen, auch Hörste und Brockhagen durften jubeln.
TG Hörste - TV Vreden 26:24 (14:12). Bis zur 50. Minute schien Hörste das Spiel in der Hand zu haben. Denn trotz des missglückten Starts setzte sich der Rangzweite über 12:10 (23.) auf 18:14 (37.) ab und wurde seiner Favoritenrolle ließen jedoch individuelle Fehler die Gäste mit einfachen Tore auf 24:25 verkürzen (57.). »Wir haben überhaupt keinen Spielfluss im Angriff gehabt. Jeder hat es mit Einzelaktionen versucht Wir hätten einfach den Ball spielen und im Kollektiv arbeiten müssen«, kritisiert Trainer Christian Blankert. Zwei vergebene Gegenstöße in der 58. Minute zehrten zudem am Nervenkostüm. Pascal Kaiser machte erst drei Sekunden vor Schluss den Deckel drauf. Dass die Manndeckung gegen Silvan Tarner Hörste zu schaffen machte, hinterließ bei Blankert ein großes Fragezeichen: »Ich verstehe nicht, warum wir das nicht in den Griff bekommen haben, denn dass Silvan in Manndeckung genommen wird, ist uns ja nicht neu.«
TG Hörste: Krause (1-60), Luedorff, Kaiser (2), Schuster (1), Stutzki (3), Barrelmeyer (1), Borutta (6), Lepper, Hagemann (5), Burstädt, Tarner (8/2).

Spvg. Steinhagen II - TSV Ladbergen 23:32 (12:14). Das Endergebnis klingt nach einer Ohrfeige, aber die abstiegsbedrohte Spvg.-Reserve ärgerte den Tabellenzweiten lange und trumpfte besonders zu Beginn groß auf. In der Anfangsviertelstunde stellten die Gastgeber die Kräfteverhältnisse bis zum 7:4 (16.) auf den Kopf, weil sie mit zwei vorgezogenen Deckungsspielern das hölzerne TSV-Angriffsspiel empfindlich störten und die eigenen Offensivaktionen über Colin Peperkorn oder Finn Wagner konsequent bis zum Ende durchspielten. Holger Kaiser, Ladbergens hochdekorierter Trainer, wirkte an der Seitenlinie in Straßenschuhen, Jeans und Pullover recht teilnahmslos, schaffte es aber, seine Schützlinge in einer Auszeit wach zu rütteln. Die Steinhagener Zweitvertretung verspielte ihr 8:6-Plus (18.) in nur fünf Minuten komplett, lag in der 23. mit 8:10 zurück und konnte diesen Rückstand zu keinem Zeitpunkt mehr aufholen. Das Fazit von Trainer Dirk Blankert: »Immer wenn wir Morgenluft gewittert haben, haben wir uns tödliche Ballverluste geleistet. Phasenweise war das landesliga-tauglich, aber dann waren auch wieder Angriffe auf Kreisliga-Niveau dabei.«
Spvg. Steinhagen II: Bochenek; Haselbach (7/6), C. Peperkorn (4), Hoheisel, Retzlaff (3), Gaese, Wanning, Weist, Schröder, M. Blankert (1), F. Wagner (4), Linkert (4).

TuS Brockhagen - SV Havixbeck 35:26 (18:12). Nach dem 22:22 in Werther löste der Spitzenreiter die Pflichtaufgabe gegen den Vorletzten zu ungewohnter Anwurfzeit am Sonntagabend souverän. Die Gäste führten mit 3:1, ab dem 8:7 (14.) lag aber Brockhagen durchgehend vorne und erarbeitete sich noch vor der Pause einen 18:12-Vorsprung. »Das war ein konzentrierter Auftritt. Wir haben das Spiel schön in die Breite gezogen«, lobte Trainer Lokman Direk die ersten 30 Minuten. Beim 24:17 (42.) wähnte sich der TuS bereits am Ziel, doch Havixbeck kam noch einmal auf 28:24 heran (51.), was Direk zu einer Auszeit veranlasste. »Danach waren wir aber wieder fokussiert und haben, anders als gegen Werther, unsere Chancen auch genutzt«, lobte der Trainer. Vier Tore in Serie, davon ein Dreierpack von Daniel Wienke, sorgten am Ende noch für ein standesgemäßes Ergebnis, an dem auch die Bezirksliga-Aushilfen Konny Gohlke und Paul Gressel ihren Anteil hatten.
TuS Brockhagen: Meise, Clysters, Motzkau (1), Gressel (1), Gohlke, Kalms (4), Raudies (10/4), Redecker, Stöckmann (1), Wienke (5), Freilich (5), Sötebier (3), Kröger (5), Wörmann.
TV Werther - Friesen Telgte 22:26 (9:13). Vor 120 Zuschauern erwischten die Gastgeber einen gruseligen Start und erst nach 10:44 Minuten erzielte Jacob Schröder den ersten Treffer zum 1:5. Werther tat sich mit Telgtes offensiver 5:1-Deckung schwer, haderte mit sich, der Chancenausbeute und den Schiedsrichtern. Weder die Zeitstrafe gegen Trainer Nils Uhlig (»Ich habe nur gejubelt«/17.) noch die Einwechslung von Joker Martin Damm aus der Zweiten rüttelte den TVW wirklich wach. Immer wenn die Wertheraner Lunte rochen, legten sie sich selbst Steine in den Weg, wie beispielsweise beim 9:12 (29.), als Moritz Topp vom Siebenmeterpunkt scheiterte. Die Gastgeber konnten sich zwar auf seinen starken Schlussmann Silas Bartling verlassen, Mann des Tages war aber Telgtes Rechtsaußen Philipp Dichtler mit zehn Treffern. »Leichte Fehler oder komische Pfiffe haben verhindert, dass wir richtig in die Euphorie kommen konnten. Da sind wir noch nicht abgezockt genug«, sagte Nils Uhlig zum Jahresabschluss. Das Spiel in Ladbergen hat der TVW bereits an Totensonntag 15:27 verloren.
TV Werther: Bartling, Friedrichs, Griese (3/2), Borgstedt, Reiß, Damm. Schröder (5/3), Hoffmann (1), Surmann (1), Janson (1), Karklis, Topp (3/1), Huxohl (6).
Spvg. Hesselteich - HC Ibbenbüren 36:34 (17:17). »Das tat richtig gut.« Die Freude und Erleichterung war Hesselteichs Trainer Dennis Laumann deutlich anzumerken. Und auch das Team ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und zelebrierte den dritten Saisonsieg ausgiebig. »Wir hatten ja zwei Fässer Bier, haben uns dann Pizza bestellt und saßen noch stundenlang in der Kabine«, berichtete Laumann. Dabei hatte die Spvg. auch endlich wieder das Glück auf ihrer Seite. Zuvor waren fünf der acht Saisonniederlagen mit nur einem oder zwei Toren Unterschied gewesen. Und auch gegen Ibbenbüren stand das Spiel quasi bis zur letzten Sekunde auf der Kippe. »Wir hätten schon zur Halbzeit höher führen müssen. Da haben wir einige freie Würfe liegen gelassen«, so Laumann. So wurde es bis zum Schluss ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Als Aaron von Ameln beim Stande von 35:34 vier Sekunden vor Ende dann aber »fast von der Eckfahne« (Zitat Trainer Laumann) den 36:34-Endstand erzielte, brachen bei den Gastgebern endgültig alle Dämme.
Hesselteich: Latussek (bis 20., ab. 45.), Höppner (20. bis 45.); Stöwe (3/3), Lipper, Hoffmann, Mithöfer (2), Fromme (3), Ja. Mittendorf, Twelkemeier (7), Henselewski (3), Wagemann (9), von Ameln (6), Kattenbaum (3).

Westfalen-Blatt 10.12.18